Präsident zieht Bilanz: Bundesregierung tut zu wenig für Verbraucher
Datum der Veröffentlichung: 27. Februar 2026

Pressemitteilung Nr. 44
Zuständiges Organ: Präsidium
Die Bundesverbraucherhilfe e.V. zieht eine kritische Zwischenbilanz zur wirtschafts- und verbraucherpolitischen Ausrichtung der Bundesregierung. Aus unserer Sicht bleibt die strukturelle Entlastung von Bürgern, Gründern und mittelständischen Betrieben weit hinter dem Notwendigen zurück. Die Folgen sind messbar: Produktionsverlagerungen ins Ausland, sinkende Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland und eine zunehmende Erosion heimischer Wertschöpfungsketten.
Ricardo Dietl, Präsident der Bundesverbraucherhilfe, erklärt: „Wer Verbraucher stärken will, muss zuerst die wirtschaftlichen Grundlagen stärken. Wenn Unternehmen Deutschland verlassen, verliert der Verbraucher Auswahl, Qualität und Preisstabilität. Deregulierung ist kein Unternehmerwunsch, sondern Verbraucherschutz durch Wettbewerbsfähigkeit.“
Standortkrise trifft Verbraucher direkt
Nach Analyse der Bundesverbraucherhilfe wirken hohe Steuerlasten, komplexe Meldepflichten und administrative Hürden wie ein struktureller Investitionshemmnis. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen tragen überproportional die Last regulatorischer Anforderungen, während internationale Großkonzerne über Skaleneffekte, Steueroptimierungsmodelle und politische Zugänge verfügen.
Dietl führt aus: „Der Wirtschaftsstandort ist für viele Gründer und Mittelständler so unattraktiv wie seit Jahrzehnten nicht. Kapital, Know-how und Innovationskraft weichen dorthin aus, wo Planungssicherheit und Entlastung herrschen. Der Verbraucher bezahlt diese Entwicklung mit höheren Preisen und geringerer Produktvielfalt.“
Mittelstand als Fundament der Verbraucherinteressen
Der Mittelstand stellt einen Großteil der Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und regionalen Wertschöpfung in Deutschland. Dennoch sieht die Bundesverbraucherhilfe eine Schieflage in der politischen Schwerpunktsetzung.
„Großkonzerne werden gefördert wie nie, während sich der Mittelstand den Rücken krumm macht und anschließend mit umfangreichen Bescheiden der Finanzverwaltung konfrontiert wird. Das sendet ein fatales Signal an jeden, der Verantwortung übernimmt und unternehmerisches Risiko trägt“, so Dietl.
Die Organisation betont, dass eine mittelstandsfreundliche Politik unmittelbar verbraucherpolitische Effekte entfaltet. Regionale Produktion, persönliche Dienstleistung, kürzere Lieferketten und höhere Qualitätsstandards stärken Markttransparenz und Preisdruck zugleich.
Konkrete Forderungen der Bundesverbraucherhilfe
Die Bundesverbraucherhilfe fordert eine strukturelle Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik mit klaren Entlastungsschritten:
- Einführung eines steuerfreien Jahres für neu gegründete Betriebe zur Stärkung von Innovationsdynamik und Eigenkapitalbildung.
- Abschaffung verpflichtender IHK-Grundbeiträge in der Anlaufphase.
- Deutliche Vereinfachung von Steuererklärungen und Abgabensystemen, insbesondere für kleine Unternehmen.
- Abbau redundanter Melde- und Dokumentationspflichten.
Dietl formuliert es klar: „Es darf nicht der Staat der erste sein, der die Hand aufhält, wenn ein Euro verdient wird. Wer unternehmerische Initiative belasten statt belohnen will, schwächt am Ende die Verbraucher.“
Verbraucherpolitik beginnt bei wirtschaftlicher Vernunft
Die Bundesverbraucherhilfe stellt klar, dass moderner Verbraucherschutz nicht allein in Regulierungsdichte besteht. Nachhaltiger Schutz entsteht durch funktionierende Märkte, stabile Wettbewerbsstrukturen und eine starke heimische Wirtschaft.
„Verbraucherschutz ist kein Bürokratieprojekt. Er ist das Ergebnis eines leistungsfähigen Mittelstands, fairer Wettbewerbsbedingungen und eines Staates, der Rahmen setzt, statt Wertschöpfung zu bremsen“, betont Dietl.
Die Organisation kündigt an, die Entwicklungen weiter zu analysieren und konkrete Gesetzesvorschläge zur Stärkung von Verbrauchern durch wirtschaftliche Reformen vorzulegen.
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