Thesen zum Regierungsentwurf, jeweils mit Betrag, Quelle und den Argumenten beider Seiten. Am Ende sehen Sie Ihre Übereinstimmung mit Rechnungshof, Verbänden und Instituten und was Ihre Antworten für die Finanzen des Bundes bedeuten.
Regierungsentwurf 2027, amtlicher Datenstand 04.09.2026, Verfahrensstand 8. November 2026
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Neutral erarbeitet, ohne Parteien. Wie der Kompass rechnet, steht in der Methodik.
Die Thesen des Haushaltskompasses mit dem Plan der Bundesregierung. Betrag und Quelle stehen jeweils dabei.
Plan der Bundesregierung: Nettokreditaufnahme 118,7 Mrd. € (2026: 98,0 Mrd. €). Mit den Sondervermögen rund 204 Mrd. €.
Betrag: 118,7 Mrd. €
Dafür spricht: Die Bundesregierung begründet die höheren Ausgaben, vor allem für Verteidigung, mit der Sicherheitslage. (Bundesrechnungshof, Bericht an den Haushaltsausschuss, berichtet von Börsen-Zeitung am 4. September 2026)
Dagegen spricht: Die Kreditaufnahmen weiten sich immer mehr aus, der Preis sind immer höhere Zinsen. Die Bundesregierung müsse die Konsolidierung jetzt angehen. (Bundesrechnungshof, Bericht an den Haushaltsausschuss, berichtet von Börsen-Zeitung am 4. September 2026)
Plan der Bundesregierung: Einzelplan Verteidigung 109,7 Mrd. €, 27,1 Mrd. € mehr als 2026. Verteidigungsausgaben über 1 % des BIP sind von der Schuldenbremse ausgenommen.
Betrag: 109,7 Mrd. €
Dafür spricht: Die Bundesregierung begründet den Anstieg mit der Sicherheitslage. (Bundesrechnungshof, Bericht an den Haushaltsausschuss, berichtet von Börsen-Zeitung am 4. September 2026)
Dagegen spricht: Verteidigung solle stärker über Steuern als über Schulden finanziert werden. (Bund der Steuerzahler, Pressemitteilung vom 6. Juli 2026)
Plan der Bundesregierung: Regelung im Haushaltsbegleitgesetz 2027.
Betrag: keine Wirkung 2027
Dafür spricht: Die Verschiebung ist verfassungsgemäß und entlastet die kommenden Haushalte. (Deutscher Bundestag, hib 811/2026, Anhörung Haushaltsbegleitgesetz 2027 vom 12. Oktober 2026)
Dagegen spricht: Die Zinsausgaben steigen bis 2030 auf rund 81 Mrd. €. Eine spätere Tilgung verlängert die Belastung. (Bund der Steuerzahler, Pressemitteilung vom 6. Juli 2026)
Plan der Bundesregierung: Umleitung im Haushaltsbegleitgesetz 2027, steigend auf bis zu 4 Mrd. €.
Betrag: 2,7 Mrd. €
Dafür spricht: Haushaltsrechtlich unproblematisch, die zweckgebundene Verwendung lasse sich europarechtlich sicherstellen. (Deutscher Bundestag, hib 811/2026, Anhörung Haushaltsbegleitgesetz 2027 vom 12. Oktober 2026)
Dagegen spricht: Die Rücklage des Klimafonds wird dadurch bis 2030 vollständig aufgebraucht. (IMK der Hans-Böckler-Stiftung, IMK Kommentar Nr. 22, September 2026)
Plan der Bundesregierung: Stellenabbau in weiten Teilen der Bundesverwaltung bis 2029.
Betrag: nicht beziffert
Dafür spricht: Der Staat solle zuerst bei sich sparen, versprochene Kürzungen bei Personal- und Verwaltungskosten seien ausgeblieben. (Bund der Steuerzahler, Pressemitteilung vom 8. September 2026)
Dagegen spricht: Der pauschale Stellenabbau solle gestoppt und Personal in Steuerfahndung und Verwaltung aufgestockt werden. (Deutscher Gewerkschaftsbund, Stellungnahme zum Entwurf des Bundeshaushalts 2027 vom 3. September 2026)
Plan der Bundesregierung: Pauschalkürzung über die Einzelpläne, im Entwurf eingerechnet.
Betrag: im Entwurf eingerechnet
Dafür spricht: Schließt einen Teil der Haushaltslücke, ohne einzelne Leistungsgesetze zu ändern. (Bundesministerium der Finanzen, Regierungsentwurf Bundeshaushalt 2027, amtliche Haushaltsdaten)
Dagegen spricht: Gegenfinanzierung durch Kürzungen wird abgelehnt, Sicherheit, Sozialstaat und Modernisierung dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. (Deutscher Gewerkschaftsbund, Stellungnahme zum Entwurf des Bundeshaushalts 2027 vom 3. September 2026)
Plan der Bundesregierung: Der Entwurf baut einzelne Finanzhilfen ab. Das Volumen erreicht laut Bund der Steuerzahler dennoch einen Höchststand.
Betrag: 61 Mrd. € Bestand
Dafür spricht: Steuervergünstigungen und Subventionen abbauen, statt die arbeitende Mitte zu belasten. (Öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zur Einkommensteuerreform 2027 am 4. November 2026, Zusammenfassung MTR Legal)
Dagegen spricht: Kürzungen können das Wachstum bremsen und so neuen Konsolidierungsdruck erzeugen. (IMK der Hans-Böckler-Stiftung, IMK Kommentar Nr. 22, September 2026)
Plan der Bundesregierung: Die Dynamisierung wird ausgesetzt, die Heizkostenkomponente gekürzt.
Betrag: rund 1 Mrd. € weniger Ausgaben 2027, ab 2028 bis zu 2 Mrd. € jährlich
Dafür spricht: Beitrag zur Schließung der Haushaltslücke von ursprünglich rund 34 Mrd. €. (IMK der Hans-Böckler-Stiftung, IMK Kommentar Nr. 22, September 2026)
Dagegen spricht: Rund 163.000 Familien könnten in die Grundsicherung rutschen. (Deutscher Gewerkschaftsbund, Stellungnahme zum Entwurf des Bundeshaushalts 2027 vom 3. September 2026)
Plan der Bundesregierung: Streichung im Haushaltsbegleitgesetz 2027.
Betrag: nicht beziffert
Dafür spricht: Die Bundesregierung verweist auf das höhere und künftig antragslose Kindergeld. (Bürger & Geld, Kürzungen im Bundeshaushalt 2027, 14. September 2026)
Dagegen spricht: Rund 580.000 Familien hätten Einbußen. (Deutscher Gewerkschaftsbund, Stellungnahme zum Entwurf des Bundeshaushalts 2027 vom 3. September 2026)
Plan der Bundesregierung: Teil der Einkommensteuerreform 2027.
Betrag: Teil der Reform
Dafür spricht: Entlastet Familien unabhängig vom Einkommen. (Öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zur Einkommensteuerreform 2027 am 4. November 2026, Zusammenfassung MTR Legal)
Plan der Bundesregierung: Kürzung im Haushaltsbegleitgesetz 2027. Die individuelle Rentenhöhe ist nicht betroffen.
Betrag: 1 Mrd. €
Dafür spricht: Teil der Konsolidierung im Haushaltsbegleitgesetz. (Deutscher Bundestag, hib 811/2026, Anhörung Haushaltsbegleitgesetz 2027 vom 12. Oktober 2026)
Dagegen spricht: Die Bundeszuschüsse für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sollten steigen statt sinken. (Deutscher Gewerkschaftsbund, Stellungnahme zum Entwurf des Bundeshaushalts 2027 vom 3. September 2026)
Plan der Bundesregierung: Niedrigerer Zuschuss, ein für 2026 eingeplantes Darlehen entfällt.
Betrag: 2 Mrd. €
Dafür spricht: Entlastet den Kernhaushalt. (Bürger & Geld, Kürzungen im Bundeshaushalt 2027, 14. September 2026)
Dagegen spricht: Es drohen Leistungskürzungen oder höhere Beiträge. (Deutscher Gewerkschaftsbund, Stellungnahme zum Entwurf des Bundeshaushalts 2027 vom 3. September 2026)
Plan der Bundesregierung: Der Grundfreibetrag steigt auf 12.564 €, die übrigen Tarifeckwerte werden nicht an die erwartete Inflation angepasst.
Betrag: mindestens 6 Mrd. € Entlastung fehlen laut Bund der Steuerzahler, der Bund trägt davon 42,5 %
Dafür spricht: Die kalte Progression müsse vollständig abgebaut, alle Tarifeckwerte angepasst werden. (Öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zur Einkommensteuerreform 2027 am 4. November 2026, Zusammenfassung MTR Legal)
Dagegen spricht: Weitergehende Entlastungen würden die öffentlichen Haushalte zusätzlich belasten. (Öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zur Einkommensteuerreform 2027 am 4. November 2026, Zusammenfassung MTR Legal)
Plan der Bundesregierung: Neue Tarifstufe in der Einkommensteuerreform 2027, mit Solidaritätszuschlag knapp 49,6 %.
Betrag: Teil der Reform
Dafür spricht: Ein Teil der Entlastung wird innerhalb des Tarifs gegenfinanziert. (Öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zur Einkommensteuerreform 2027 am 4. November 2026, Zusammenfassung MTR Legal)
Dagegen spricht: Die höhere Belastung erfolgreicher mittelständischer Unternehmen könnte das künftige Steueraufkommen schwächen. (Öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zur Einkommensteuerreform 2027 am 4. November 2026, Zusammenfassung MTR Legal)
Plan der Bundesregierung: Teil der Einkommensteuerreform 2027.
Betrag: Teil der Reform
Dafür spricht: Stellt das Existenzminimum steuerfrei. (Öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zur Einkommensteuerreform 2027 am 4. November 2026, Zusammenfassung MTR Legal)
Dagegen spricht: Der Grundfreibetrag sei zu niedrig, gefordert werden mindestens 15.800 €. (Öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zur Einkommensteuerreform 2027 am 4. November 2026, Zusammenfassung MTR Legal)
Plan der Bundesregierung: Teil der Einkommensteuerreform 2027.
Betrag: Teil der Reform
Dafür spricht: Rund 1,3 Millionen Steuerpflichtige müssten Werbungskosten nicht mehr einzeln angeben. (Öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zur Einkommensteuerreform 2027 am 4. November 2026, Zusammenfassung MTR Legal)
Plan der Bundesregierung: Gegenfinanzierung der Einkommensteuerreform 2027.
Betrag: Gegenfinanzierung
Dafür spricht: Trägt zur Gegenfinanzierung der Reform bei. (Öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zur Einkommensteuerreform 2027 am 4. November 2026, Zusammenfassung MTR Legal)
Plan der Bundesregierung: Regelung im Haushaltsbegleitgesetz 2027.
Betrag: rund 455 Mio. € im Jahr bei voller Jahreswirkung
Dafür spricht: Mehreinnahmen von rund 455 Mio. € im Jahr. (Deutscher Bundestag, hib 811/2026, Anhörung Haushaltsbegleitgesetz 2027 vom 12. Oktober 2026)
Plan der Bundesregierung: Höhere Tabaksteuer als Teil der Konsolidierung.
Betrag: insgesamt rund 8,5 Mrd. € bis 2030
Dafür spricht: Erwartete Mehreinnahmen von insgesamt rund 8,5 Mrd. € bis 2030. (Deutscher Gewerkschaftsbund, Stellungnahme zum Entwurf des Bundeshaushalts 2027 vom 3. September 2026)
Dagegen spricht: Wirkt regressiv: Rund 5 Mrd. € der Mehreinnahmen trägt die einkommensschwächere Hälfte der Haushalte. (Deutscher Gewerkschaftsbund, Stellungnahme zum Entwurf des Bundeshaushalts 2027 vom 3. September 2026)
Plan der Bundesregierung: Angekündigt beziehungsweise geplant, um die Lücke 2027 zu schließen.
Betrag: nicht beziffert
Dafür spricht: Teil der Maßnahmen, mit denen die Lücke für 2027 geschlossen wurde. (IMK der Hans-Böckler-Stiftung, IMK Kommentar Nr. 22, September 2026)
Plan der Bundesregierung: Ermäßigung auf 0,05 ct/kWh nur für produzierendes Gewerbe sowie Land- und Forstwirtschaft. Für Haushalte bleibt es bei 2,05 ct/kWh.
Betrag: nicht beziffert
Dafür spricht: Zusammen mit niedrigeren Umlagen rund 171 € Entlastung im Jahr für einen typischen Haushalt. (Verbraucherzentrale Bundesverband, Stellungnahme an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie vom 4. November 2026)
Dagegen spricht: Die Bundesregierung hat die Senkung für Haushalte und Dienstleister nicht vorgesehen. (ZfK, Strompreis 2027: die Entlastungen im Überblick, 13. August 2026)
Plan der Bundesregierung: Zuschuss aus dem Klima- und Transformationsfonds, 1 Mrd. € weniger als 2026.
Betrag: 5,5 Mrd. € aus dem Klimafonds
Dafür spricht: Für Haushalte wird eine Entlastung von durchschnittlich etwa 1,7 ct/kWh erwartet. (ZfK, Strompreis 2027: die Entlastungen im Überblick, 13. August 2026)
Dagegen spricht: Kein hinreichend wirksames Instrument. Besser die Umlagen senken, die alle Haushalte gleich zahlen. (Verbraucherzentrale Bundesverband, Stellungnahme an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie vom 4. November 2026)
Plan der Bundesregierung: Im Entwurf nicht vorgesehen.
Betrag: nicht beziffert
Dafür spricht: Gefordert wird eine reformierte, wieder erhobene Vermögensteuer, um die Einnahmen zu stärken. (Deutscher Gewerkschaftsbund, Stellungnahme zum Entwurf des Bundeshaushalts 2027 vom 3. September 2026)
Dagegen spricht: Der Staat müsse zuerst sparen, Steuererhöhungen werden abgelehnt. (Bund der Steuerzahler, Pressemitteilung vom 8. September 2026)
Plan der Bundesregierung: Schrittweise Senkung ab 2028, ohne Wirkung auf 2027.
Betrag: je Prozentpunkt rund 4 Mrd. € im Jahr, ab 2028
Dafür spricht: Die Bundesregierung will Unternehmen steuerlich entlasten. (Bundesministerium der Finanzen, Regierungsentwurf Bundeshaushalt 2027, amtliche Haushaltsdaten)
Dagegen spricht: Kostet rund 4 Mrd. € je Prozentpunkt und Jahr. Auf Unternehmenssteuersenkungen solle verzichtet werden. (Deutscher Gewerkschaftsbund, Stellungnahme zum Entwurf des Bundeshaushalts 2027 vom 3. September 2026)
Plan der Bundesregierung: Regulär 2,05 ct/kWh. Kosten laut Finanzministerium 4,6 Mrd. €.
Betrag: 4,6 Mrd. €
Dafür spricht: Senkt die Stromkosten der Produktion spürbar. (Einordnung der Bundesverbraucherhilfe)
Dagegen spricht: Haushalte und Dienstleister zahlen weiter den vollen Satz. (ZfK, Strompreis 2027: die Entlastungen im Überblick, 13. August 2026)
Plan der Bundesregierung: Förderung auf Antrag.
Betrag: 2,4 Mrd. €
Dafür spricht: Stützt energieintensive Standorte im internationalen Wettbewerb. (Einordnung der Bundesverbraucherhilfe)
Dagegen spricht: Kommt nur der Industrie zugute, Haushalte gehen leer aus. (Verbraucherzentrale Bundesverband, Stellungnahme an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie vom 4. November 2026)
Plan der Bundesregierung: Fortführung 2027.
Betrag: 5,0 Mrd. €
Dafür spricht: Gleicht CO2-bedingte Strompreisaufschläge für betroffene Branchen aus. (Einordnung der Bundesverbraucherhilfe)
Plan der Bundesregierung: Gegenfinanzierung der Einkommensteuerreform 2027.
Betrag: Gegenfinanzierung
Dafür spricht: Trägt zur Gegenfinanzierung der Reform bei. Weitergehend wird gefordert, die Begünstigung von Minijobs ganz zu beenden. (Öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zur Einkommensteuerreform 2027 am 4. November 2026, Zusammenfassung MTR Legal)
Plan der Bundesregierung: Teil der Einkommensteuerreform 2027.
Betrag: Teil der Reform
Dafür spricht: Von Wirtschaftsverbänden in der Anhörung begrüßt. (Öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zur Einkommensteuerreform 2027 am 4. November 2026, Zusammenfassung MTR Legal)
Dagegen spricht: Der Bundesrat bittet, alternativ eine moderate Anhebung der Zuschlagssätze zu prüfen. (Öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zur Einkommensteuerreform 2027 am 4. November 2026, Zusammenfassung MTR Legal)
Alle Werte mit Herkunft. Haushaltszahlen aus dem Regierungsentwurf 2027, amtlicher Datenstand 04.09.2026.
Methodik, Neutralität und Rechenweg: So arbeitet der Haushaltskompass.