Gewährleistung ist die gesetzliche Haftung des Verkäufers für Mängel, die bei Übergabe vorliegen. Beim Verkauf an Verbraucher, dem Verbrauchsgüterkauf, ist sie weitgehend zwingend. Ansprechpartner des Kunden ist immer der Verkäufer, nicht der Hersteller.
Die Rechte des Kunden
- Nacherfüllung zuerst: Der Kunde kann nach seiner Wahl Beseitigung des Mangels oder Lieferung einer mangelfreien Sache verlangen (§ 439 Abs. 1 BGB). Die dafür erforderlichen Kosten, etwa für Transport und Arbeit, trägt der Verkäufer.
- Danach Rücktritt oder Minderung: Beim Verbrauchsgüterkauf braucht der Kunde keine gesonderte Frist zu setzen. Es genügt, dass der Verkäufer nach Mitteilung des Mangels innerhalb einer angemessenen Frist nicht nacherfüllt hat (§ 475d BGB).
- Kein Nutzungsersatz: Bei einer Ersatzlieferung an Verbraucher können Sie keinen Ersatz für die bisherige Nutzung verlangen (§ 475 Abs. 3 BGB).
Fristen und Beweislast
Die Ansprüche verjähren in der Regel zwei Jahre nach Ablieferung der Sache (§ 438 BGB). Zeigt sich ein Mangel innerhalb eines Jahres, wird vermutet, dass die Ware schon bei Gefahrübergang mangelhaft war (§ 477 Abs. 1 BGB). Bei Waren mit digitalen Elementen schulden Sie zudem die vereinbarten und erforderlichen Aktualisierungen (§ 475b BGB).
Garantie ist etwas anderes
Eine Garantie ist ein freiwilliges Versprechen des Händlers oder Herstellers. Die Garantieerklärung muss einfach und verständlich sein, auf die unentgeltlichen gesetzlichen Rechte hinweisen, Garantiegeber, Verfahren, Ware, Dauer und Geltungsbereich nennen und spätestens bei Lieferung auf einem dauerhaften Datenträger vorliegen (§ 479 BGB). Seit dem 27. September 2026 gehören Hinweise auf die gesetzliche Gewährleistung und auf Garantien zu den Informationspflichten vor Vertragsschluss.
So bearbeiten Sie eine Reklamation
- Eingang bestätigen und Mangel, Kaufdatum und gewünschte Abhilfe festhalten
- Ware prüfen oder prüfen lassen, die Kosten des Rückversands tragen Sie
- innerhalb angemessener Frist reparieren oder ersetzen
- Kulanz klar als solche kennzeichnen, wenn Sie über das Gesetz hinaus entgegenkommen
Dafür stehen unsere Muster Antwort auf eine Mängelrüge und Kulanzangebot ohne Anerkennung einer Rechtspflicht bereit. Bleibt der Streit, bietet die BVH eine Streitschlichtung an.
Grenzen dieser Darstellung
Der Ratgeber behandelt den Kauf neuer beweglicher Sachen durch Verbraucher. Für gebrauchte Waren, digitale Produkte, Werkverträge und den Handel zwischen Unternehmen gelten abweichende Regeln. Er ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.